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DETAIL: Wildart Karibu, Ren, Rentier (Rangifer tarandus)

JagdlnderKaribu, Ren, Rentier
  • Schweden

  • Wildart

    Karibu, Ren, Rentier


    Vorkommen

    Das Verbreitungsgebiet ist im Wesentlichen die Tundra; Rener zhlen zu den am weitesten nrdlich lebenden Grosugern. Selbst auf hocharktischen Inseln wie Spitzbergen und der Ellesmere-Insel kommen Rentiere vor. Um dem arktischen Winter zu entgehen, unternehmen Rener, wo immer dies mglich ist, groe Wanderungen. Der bei diesen jhrlichen Wanderbewegungen zurckgelegte Weg kann bis zu 5.000 Kilometer betragen - die lngste Wanderung von Landsugern berhaupt. Um vor Frost Schutz zu finden, fhrt sie ihr Weg bis in die sdlicheren Taigaregionen und borealen Nadelwlder.

    In Europa gibt es sdlich des Polarkreises einige versprengte Populationen, die vor allem in Gebirgen leben, so in der norwegischen Hardangervidda. In anderen Regionen, z. B. in Nordkanada, reicht das Verbreitungsgebiet von Rentieren, die hier Karibu genannt werden, allgemein weiter in den Sden. Die weiteste Verbreitung hatte das Ren in der letzten Eiszeit; damals drang es bis nach Mitteleuropa und an die heutige mexikanische Nordgrenze vor. Nach dem Ende des Pleistozns begann eine allmhliche Vorkommensverlagerung nach Norden, doch hielt sich das Rentier noch ungewhnlich lange in gemigteren Zonen auf. So gab es in Norddeutschland noch whrend der rmischen Antike wilde Rener, und in Polen berlebten sie sogar bis ins Mittelalter. Vermutlich trifft den Menschen eine Mitschuld am Verschwinden der Tiere aus den gemigten Zonen, wobei die Bestnde allerdings ohnehin im Abnehmen begriffen waren.


    Beschreibung

    Das Ren oder Rentier (Rangifer tarandus) lebt in den Tundren von Nord-Eurasien, Nord-Nordamerika, Grnland und anderen arktischen Inseln. Es ist heute ein arktisches Tier, war aber einst auch in Teilen der gemigten Zonen verbreitet. Bemerkenswert ist es, weil es als einziger Vertreter der Hirsche in groem Stil domestiziert wurde und weil nur bei dieser Art auch die Weibchen ein Geweih tragen. In Nordamerika werden Rentiere als caribou bezeichnet, was im Deutschen oft Karibu geschrieben wird. Das Wort entstammt der Sprache der Mi'kmaq-Indianer.

    Die Gre schwankt sehr mit dem Verbreitungsgebiet. Die Kopfrumpflnge reicht von 120 bis 220 Zentimeter, die Schulterhhe von 90 bis 140 Zentimeter, das Gewicht von 60 bis 300 Kilogramm. Das Fell ist dicht und lang, dunkel-graubraun oder auch hell, besonders bei gezhmten Tieren; im Winter dabei sehr viel heller als im Sommer. Die Peary-Karibus aus dem arktischen Kanada sehen sogar ganzjhrig fast rein wei aus. Durch die helle Farbe sind Rentiere auf die Entfernung vor Fressfeinden getarnt. Eine dichte Unterwolle schtzt das Ren im harten arktischen Klima vor dem Frost.

    Unter den Hirschen tragen nur beim Ren beide Geschlechter ein Geweih. Die Geweihe sind in hohem Mae unregelmig und asymmetrisch und bei keinen zwei Tieren identisch. Sie sind stangenfrmig und weit verzweigt; nur die tiefste Sprosse bildet am Ende einer Stange eine kleine Schaufel, die man auch als Schneeschaufel bezeichnet, da man frher glaubte, das Ren rume mit ihr den Schnee beiseite. Das Geweih des Mnnchens ist mit einer Lnge von 50 bis 130 Zentimeter deutlich grer als das des Weibchens, welches nur 20 bis 50 Zentimeter lang wird. Das Geweih des Mnnchens wird im Herbst abgestoen -das des Weibchens im Frhjahr; gegebenenfalls nicht beide Seiten zugleich, sodass das Ren vorbergehend nur eine Geweihhlfte hat.

    Die Hufe der Rentiere sind sehr breit und durch eine Spannhaut weit spreizbar. Auerdem sind lange Nebenhufe ausgebildet. Dies ermglicht den Tieren selbst in steinigem oder schlammigem Gelnde einen sicheren Tritt.


    In verschiedenen Teilen der Welt ist das Ren durch die Bejagung zwischenzeitlich sehr selten geworden. Heute gibt es weltweit etwa 4 Millionen wilde und 3 Millionen domestizierte Rentiere. Drei Viertel der wilden Rentiere leben in Nordamerika, und mehr als drei Viertel der domestizierten Rentiere sind in Sibirien beheimatet.

    Man unterscheidet je nach Lehrmeinung zehn bis zwanzig Unterarten des Rentiers. Dazu gehren:

    - Europisches Ren (R. t. tarandus) in Lappland und Nordrussland westlich des Ural; heute fast nur noch in seiner domestizierten Form vorhanden;
    - Sibirisches Tundra-Ren (R. t. sibericus) im Norden Sibiriens;
    - Sibirisches Wald-Ren (R. t. valentinae) in verschiedenen russischen Gebirgen, zum Beispiel im Ural und im Altai;
    - Mandschurisches Ren (R. t. phylarchus), von der Mandschurei ber Ostsibirien bis Kamtschatka und Sachalin;
    - Spitzbergen-Ren (R. t. platyrhynchus), Spitzbergen, Bestand etwa 11.000 Tiere;
    - Nowaja-Semlja-Ren (R. t. pearsoni), Nowaja Semlja;
    - Grnland-Ren (R. t. groenlandicus), Grnland, kanadische Nordwest-Territorien und Territorium Nunavut;
    - Kanadisches Karibu (R. t. caribou), Kanada von British Columbia bis Neufundland, vor allem in den kanadischen Nordwest-Territorien und den Territorien Nunavut und Yukon; eine Herde gelangt bei ihren Wanderungen auch nach Idaho und Washington;
    - Alaska-Karibu (R. t. granti), Alaska;
    - Peary-Karibu (R. t. pearyi), kanadische arktische Inseln; von der IUCN als bedroht eingestuft; diese Unterart ist wegen ihres nahezu rein weien Fells berhmt;
    - Queen-Charlotte-Karibu (R. t. dawsoni), Queen-Charlotte-Inseln vor der westkanadischen Kste; ausgestorben.

    Die Unterarten unterscheiden sich voneinander in Fellfrbung und Gre. Beispielsweise ist das Kanadische Karibu dunkelbraun, das Europische Rentier eher graubraun gefrbt. Die kleinsten Rener sind die inselbewohnenden Unterarten. So ist das Spitzbergen-Ren im Durchschnitt um 15 Prozent kleiner als das Europische Ren.

    Die Smi nennen ein Rentiermnnchen sarves, ein kastriertes Mnnchen hierke und ein Weibchen vaia. Diese Begriffe wurden weltweit berall dort bernommen, wo heute Rener als Haustiere gezchtet werden. Der englische Name ist reindeer.

    Als Pluralformen von Ren sind Rens, Rene und Rener mglich. Fachsprachlich wird nur die Form Rener gebraucht.

    Der aus dem Nordischen stammende Begriff Ren (schwed. Ren, norw. rein) ist in der deutschen Sprache seit dem 16. Jahrhundert belegt.

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